A Little Bit Zombie – Film Review

Vor wenigen Tagen haben wir euch den Trailer zur neuen Zombie-Comedy „A Little Bit Zombie“ vorgestellt, jetzt haben wir uns den Film angeschaut und liefern euch ein ausführliches Review.

 

Das Genre der Zombiekomödie scheint in den letzten Jahren immer beliebter zu werden. Schon in den 70er Jahren gab es viele Zombiefilme die sich dem Thema auf witzige Weise näherten, doch über einen langen Zeitraum waren diese Streifen echte Mangelware. In den letzten Jahren hat sich dies jedoch geändert. Höchstwahrscheinlich beflügelt durch den Erfolg von Zombieland erscheinen immer mehr Filme die auf diesen Zug aufspringen möchten. Bis jetzt hat es nach Zombieland noch keiner auf die große Leinwand geschafft, aber in den Videothekenregalen stößt man immer wieder auf sie. Natürlich ist hier nicht immer alles Gold was glänzt. Deswegen haben wir uns A Little Bit Zombie einmal genauer angeschaut und sagen euch ob der Film geeignetes Material für euren Zombie-DVD-Abend ist.

A Little Bit Zombie Handlung

Der sympathische Steve, der in einer Human Resources Abteilung arbeitet, steht kurz vor der Hochzeit mit seiner dominanten Verlobten Tina. Sie hat die Hosen an in der Beziehung und plant die anstehende Hochzeit mit anstrengendem Perfektionismus. Als ob das nicht schon genug für Steve wäre, steht nun auch noch ein Wochenend-Pärchen-Ausflug mit seiner Schwester und ihrem Mann an. Die angespannte Beziehung zwischen seiner Schwester und seiner Verlobten ist dabei nicht wirklich hilfreich. Kaum angekommen fliegen schon die Fetzen und der berufliche Schlichter Steve hat alle Hände voll zu tun, um die Situation nicht ganz eskalieren zu lassen. Doch es soll noch schlimmer kommen für den geplagten Bräutigam. Eine mit Zombieblut gefüllte Schnake sticht ihn und infiziert ihn mit dem verhängnisvollen Zombie-Virus.

 

Die ersten Veränderungen setzen recht schnell ein. Steve kann kein normales Essen mehr verdauen, er hat Träume von Gehirnen und seine Gesichtsfarbe nimmt ein immer ungesunder aussehendes weiß an. Die anderen sind jedoch so mit sich selber beschäftigt, dass sie die Symptome nicht so ernst nehmen (wollen). Erst als er bei dem Wort „Gehirn“ unkontrolliert zu sabbern beginnt und sich schließlich an Tinas heißgeliebten Hasen vergreift, ist jedem klar, dass hier irgendetwas gewaltig schief läuft. Als nun auch noch ein zwielichtiges Zombie-Killer-Pärchen auftaucht, die auf der Suche nach Steve sind, ist das totale Chaos vorprogrammiert.

 

 

A Little Bit Zombie ist das Spielfilmdebut des Kanadiers Casey Walker, der bis jetzt nur in TV-Produktionen tätig war. Die Straight-to-DVD-Produktion kommt ohne großes Budget oder bekannte Schauspieler aus. Das ist im Zombie-Genre aber durchaus üblich und kann bei großem kreativem Potential sogar ein Vorteil sein. Die Rollen der Darsteller sind alle sehr stereotyp angelegt. Da haben wir Steve, den sympathischen Typ von Nebenan. Seine zickige Freundin Tina, die außer ihrer Hochzeit keine Sorgen zu haben scheint. Seine rebellische Schwester Sarah, die keine Gelegenheit auslässt einen Streit mit Tina vom Zaun zu brechen und Craig, Sarahs Mann, der sich auf coole Sprüche und Machogehabe reduzieren lässt. Auch das Zombiekiller-Pärchen wurde nicht viel kreativer gestaltet. Penelope gibt die verwirrte Wissenschaftlerin und Max den knurrigen Vollblut-Zombiekiller mit Hang zu Cholerik und Gewaltausbrüchen. Obwohl ich in der Regel nicht unbedingt ein Freund dieser uninspirierten Charakterbildung bin, kommt dies dem übertrieben Humor von A Little Bit Zombie entgegen und fällt somit nicht negativ auf.  Das Setting für eine chaotische Zombiekomödie ist also durchaus gegeben.

A Little Bit Zombie Fazit

Um es vorweg zu nehmen, der Film hat seine lustigen Momente, verschenkt aber leider sein unbestrittenes Potential im eher unspektakulären Endteil. Nachdem es Casey Walker gut gelingt Steves anfängliche Veränderungen  und die damit einhergehenden Gags auf äußerst lustige Art und weiße umzusetzen, scheint ihm mit der Zeit die Puste auszugehen. Im Mittelteil werden noch einige witzige Momente aufgefahren. Hier ist vor allem eine Szene zu nennen, in der Tina und Sarah ins nahegelegene Dorf fahren um im aufreizenden Dress Ess-Material für Steve zu besorgen. Gegen Ende scheinen Walker jedoch die guten Ideen ausgegangen zu sein. Der Showdown, der in ähnlichen Genrevertretern des Öfteren zu abgedrehten Splatter-Orgien ausufert, fällt für meinen Geschmack recht schwach aus. Nachdem der Film sich langsam auf die Konfrontation zwischen Steve und den Zombiekillern hinarbeitet bekommt der Zuschauer im finalen Showdown weder überraschende Gags noch übertriebene Verwendung von roter Kunstfarbe zu sehen, was in diesem Genre als Enttäuschung gewertet werden kann.

 

Generell ist A Little Bit Zombie für eine waschechte Zombiekomödie sehr zahm. Der Film hält sich mit Splatter-Effekten dermaßen zurück, dass dies höchstwahrscheinlich der unblutigste Zombiefilm ist, den ich bis jetzt gesehen habe. Deswegen ist die FSK „ab 16“-Wertung für mich fast nicht nachvollziehbar. Hier hätte man auch locker auf „ab 12“ entscheiden können. A Little Bit Zombie hätte das Potential zu einer kreativen und bitterbösen Zombiekomödie der schwärzesten Art gehabt. Leider ist daraus ein fast schon familientauglicher, kurzweiliger Zombiefilm der etwas anderen Art geworden. Hartgesottene Zombie-Fans werden mit dem Streifen eher weniger anfangen können. Wer eine kurzweilige Zombiekomödie sucht und vielleicht zartbesaitete Mitschauer hat, liegt hier jedoch goldrichtig.

Beitrag von 

Adrian mag Zombieserien wie The Walking Dead oder Dead Set und lässt sich keinen guten Zombiefilm entgehen.