Zombies im Big Brother Haus: Dead Set Kritik

Zombies im Big Brother Haus: Dead Set Kritik

Zwei Raucher draußen Jeder Zombie-Fan hat sich schon mal die Frage gestellt. Wo wäre ich am sichersten beim Ausbruch einer Zombie-Apokalypse. Auf einer Hütte in der Einsamkeit ein hohen Berges? In einem Bunker tief unter der Erde? Die Macher von Dead Set waren da noch ein bisschen einfallsreicher. Wie wäre es denn mit dem Big Brother Haus. Die Idee hört sich erst einmal eher gewöhnungsbedürftig an. Was Charlie Brooker und sein Team daraus machen ist jedoch äußerst kreativ, spannend und unterhaltsam.

 

Dead Set - Kelly

Dead Set Handlung

Kelly ist Teil des Produktionsteam der englischen Big Brother Show. Anspannung liegt in der Luft, denn heute ist ein großer Tag für das Team. Einer der Teilnehmer wird aus dem Haus gewählt und unter riesigem  Zuschauer- und Medieninteresse im Rahmen einer großen Show empfangen. Riesige Mengen von begeisterten Zuschauern haben sich auf dem Big Brother Gelände versammelt um live dabei zu sein. Und genau in diesem Augenblick nimmt der Horror seinen Lauf. Ein scheinbar tödlich verwundeter Mann gelangt aufs Gelände – doch er soll nicht lange tot bleiben. Der Zombievirus breitet sich durch Bisse rasend schnell aus. Die Infizierten werden zu rasenden Bestien die alles und jeden anfallen. Kelly gelingt es sich auf der Flucht vor ihren infizierten Kollegen in einem Büroraum einzuschließen. Sie sieht vom Fenster aus wie die Welt um sie herum zu Grunde geht. Nach einer Nacht in diesem Zimmer beschließt sie, dass es für sie nur noch einen sicheren Platz geben kann – das Big Brother-Haus. Nachdem sie sich mit Mühe und Not durch den Bürokomplex kämpft, gelingt ihr tatsächlich die Flucht ins sichere Big Brother Haus. Die Bewohner sind wohlauf und total unwissend von dem Horrorszenario was sich direkt vor ihren Türen abgespielt hat. Doch dieses Idyll soll nicht lange anhalten. Ein knallharter Kampf ums Überleben beginnt.

Dunkle ZombieszeneDead Set ist eine fünfteilige Mini-Serie, die auf dem britischen Kanal E4 im Jahr 2008 ausgestrahlt wurde. Obwohl sie zwischenzeitlich hier zu Lande als DVD / BluRay unter dem Namen „Dead Set – Reality Bites“ veröffentlich wurde, ist die Serie in Deutschland leider weitestgehende unbekannt. Das Konzept hinter Dead Set ist  durchaus ungewöhnlich. Als ich zum ersten Mal von der Story hörte, war ich äußerst skeptisch. Doch nachdem ich nun alle fünf Episoden am Stück gesehen habe, bin ich begeistert.

 

 

Blutverschmierter ZombieCharlie Brooker hat sich bei der Inszenierung seiner Zombies anscheinend von seinem Landsmann Danny Boyle inspirieren lassen. Ähnlich wie in 28 Days Later verhalten sich die Zombie in Dead Set extrem aggressiv. Die Infizierung wird wie üblich durch Bisse übertragen, der Ausbruch erfolgt aber meistens schon nach wenigen Sekunden. Die Zombies mit den unheimlichen weißen Augen können in vollem Tempo sprinten und fallen alles an was ihnen vor die Füße gerät. Dies stellt einen krassen Kontrast zu den klassischen langsamen Zombies dar, die wir aus  den meisten Genreproduktionen kennen. Viele Genrepuristen sind von dieser Entwicklung nicht begeister, ich persönlich finde die schnellen Zombies jedoch sehr interessant. Die Zombies wirken dadurch deutlich angsteinflößender und so kann schon ein einzelner Zombie eine große Gefahr darstellen. Dies schafft eine extrem bedrohliche Stimmung, da jede Konfrontation mit einem Zombie gemieden werden muss. Die perfekte Inszenierung der aggressiven Zombies trägt ihr Übriges dazu bei.

Blutverschmierte FrauDie Charaktere in Dead Set bleiben eher eindimensional. In den fünf kurzen Episoden wird genretypisch wenig Wert auf ausführliche Charakterentwicklung gelegt. Kelly ist die schüchterne junge Produktionsassistentin, die sich im Laufe der Zeit als Zombie-Killerin mit echtem Survival-Instinkt entpuppt. Patrick gibt den extrem unsympathischen Show-Produzenten der alles tun würde um seine eigene Haut zu retten. Die Big Brother Bewohner lassen sich jeweils auf einzelne Schlüsseleigenschafften reduzieren und werden größtenteils als hysterische Idioten mit Hang zu schlechten Entscheidungen dargestellt. Die flachen Charaktere fallen jedoch nicht so sehr ins Gewicht, da es Brooke eher um die Inszenierung der beklemmenden Grundstimmung als um die Darstellung einzelner Charaktere geht.

 

Dead Set - ZombieUnd dies gelingt ihm außergewöhnlich gut und ist eine der großen Stärken der Serie. Brooker zeigt seine Welt von Dead Set als ausweglosen Horror aus dem es kein entkommen gibt. Die Szenen sind durchweg düster gehalten und dem Zuschauer wird relativ schnell klar, wie ausweglos die Situation der Überlebenden wirklich ist. Im gelingt es hervorragend die prekäre Lage der Überlebenden von Folge zu Folge immer weiter zuzuspitzen. Dies wird durch die schiere Übermacht der Zombiemassen aber auch durch das destruktive Verhalten der einzelnen Gruppenmitglieder erreicht. Im Gegensatz zu anderen Genreproduktionen, bei denen die Hoffnung auf Rettung immer als Möglichkeit erhalten bleibt, zeichnet Brooker bei Dead Set von Anfang ein von Pessimismus geprägtes Szenario ohne Hoffnung. Brooker schafft mit Dead Set ein eigenständiges, sehr düsteres Werk, dass die Zuschauer mit einem flauen Gefühl im Bauch zurücklässt.

Dead Set Fazit

Mit Dead Set schafft Brooker eine kompromisslose Perle des Zombie-Genres. Er setzt seine Vision der Zombie-Apokalypse konsequent um und schafft ein packende Miniserie, die ihres Gleichen sucht. Wir können diese Perle des Genres jedem Zombie-Fan ans Herz legen und hoffen dass ihr an Dead Set genauso viel Freude habt wie wir.

Beitrag von 

Adrian mag Zombieserien wie The Walking Dead oder Dead Set und lässt sich keinen guten Zombiefilm entgehen.

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